Modellbahnanlage Ge(l)dern – Bautagebuch 2019

Das Modellbahnjahr 2019 begann recht holprig. Das hatte gleich mehrere Gründe. Mit der Verlegung der Gleise im Schattenbahnhof standen die ersten richtig großen Ausgaben an. Zudem hatte ich keine Ahnung von Weichenmotoren und deren digitale Steuerung. Zu allem Überfluss gab es keinen zufriedenstellenden Gleisplan. Dieser nahm erst im Herbst tatsächlich Gestalt an.

Das Ziel im Schattenbahnhof war simpel: das Maximum an Zügen unterzubringen. Daran würde sich später der Gleisplan im sichtbaren Bereich orientieren müssen. Also ging es an den Bau der Trassen für den Schattenbahnhof. Dazu werden in die Spanten Durchbrüche für die Schattenbahnhofsebene eingearbeitet. Sie besteht aus 12mm Pappelsperrholz, welches mit den Spanten verschraubt wird. Das Gleiche geschieht später mit der Grundfläche des sichtbaren Bereichs. Damit entsteht eine stabile und verwindungssteife Grundkontruktion. Alle Rampen werden aus 8mm Pappelsperrholz gefertigt. Im Nachhinein würde ich dafür ein anderes Material wählen, um größere Distanzen ohne Durchbiegen überbrücken zu können. Ich versuche möglichst große Platten zu verwenden und nicht zu viel zu stückeln. Das ist am Ende entscheidend für die Stabilität.

Nach dem die ersten Gleise eingetroffen waren, wollte ich wissen, wie der bis dahin geplante Bahnhof aussehen würde. Zu meiner Überraschung hatte dort eine P8 mit neun Eilzugwagen bequem Platz. Das war der erste große Aha-Moment, der den weiteren Verlauf grundlegend beeinflussen sollte. Ab diesem Zeitpunkt wollte ich unbedingt lange Züge fahren. Das Problem war, dass diese Züge irgendwie durch den Schattenbahnhof müssen. Ich entschied mich, alle Gleiswendeln zu streichen und durch lange Rampen zu ersetzen. Sogleich wurde eine Rampe für praktische Tests in Angriff genommen.

Alle Rampen sind auf Gewindestangen gelagert. So kann die Steigung flexibel optimiert werden. Nach dem die Testfahrten erfolgreich abgeschlossen wurden, begann die Gleisverlegung mit der zweiten Abstellgruppe des Schattenbahnhofs. Es wurde ausschließlich Flexgleis bzw. Meterware verwendet. Dadurch sind nur wenige Gleisverbindungen notwendig. Das verringert die Widerstände im Gleis und man benötigt weniger Stromeinspeisungen aus der Ringleitung. Für das Verlegen der Bögen verwende ich einen Kreis aus Standardgleisen als Schablone. Damit ist der Mindestradius immer sichergestellt und man hat automatisch einen gleichmäßigen Bogen. Um so mehr Gleisklemmern man dafür zur Verfügung hat, dasto besser. Mit nur zwei oder drei Gleisklammern (wie oft empfohlen) macht man sich das Leben unnötig schwer.

Da es so schön war, ging es direkt mit der ersten Abstellgruppe weiter. Es wurden Gleise verlegt und die Rampe zum zentralen Gleiswechsel des Schattenbahnhofs geführt. Etwas knifflig war der Übergang zwischen den Segmenten. Dort muss die Trasse trennbar und höhenverstellbar sein. Gleichzeitig muss man die Gleisenden in der Höhe zueinander sicher fixieren können, um Poltern und Entgleisen zu verhindern. Beim Zusammenführen der Ein- und Ausfahrtsgleise habe ich mich leider ein wenig im Radius verkalkuliert, so dass ein Gleis über die Trasse hängt. Dieses wird später noch unterfüttert.

Bevor es mit der Zwischenebene der Anlage weiter geht, muss der Schattenbahnhof verkabelt werden. Zuerst bekommen die Gleise Strom (rot/braun). Die Gleisbesetzmelder werden mit blauen Kabeln angeschlossen. Die weißen Kabel führen zu den Herzstücken der Weichen. Beim Verlegen der Kabel halte ich es Old-School. Ich möchte die Kabel bequem anfassen können und sie sollen klemmbar sein. Ich mag es nicht, mit dem Lötkolben direkt vor dem Gesicht unter der Anlage herum zu kriechen. Meine Kabelquerschnitte sind 0,5mm² bzw. 1,5mm² für die Ring-/Hauptleitungen.

Kleiner Praxistipp am Rande – . Ich habe die Intellibox 2 mit Rockrail verbundelt. Dabei wurde mir mal wieder bewusst, warum ich keine Wikis mag. Viele Wissensschnippsel die man sich zusammen suchen muss und am Ende war es doch recht simpel. Die Anleitung auf https://wiki.rocrail.net/doku.php?id=intellibox-basic-de tut es eigentlich, aber verwirrend sind die LNCV Angaben an der Stelle. Die Einstellungen lassen sich in der Intellibox 2 (weder über die Sonderfunktionen noch die Loconetkonfiguration) so nicht durchführen (für die Bandbreite gibt es in der IB unter „Mode“ > „Grundeinstellungen“ > „Interface“ den entsprechenden Menüpunkt). Man kann den Abschnitt getrost überspringen. Die Rockrail-Option „Erlaube Fahrregler ohne Kennung“ findet man übrigens unter „Datei“ > „Rockrail-Eigenschaften“ > „Automatik“ Bereich „Lok“. Zudem sollte man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn der Rockrail-Server fortlaufend einen Fehler wirft. Wenn die IB Befehle annimmt ist erst mal alles gut.

Dann habe ich versucht ein einfaches Gleisbild anzulegen. Die Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig. Tagesziel war es, einige Weichen per Maus zu schalten. Meine Servos hängen an Uhlenbrocks 67810 und werden einzeln über eigene CVs angesprochen. Rockrail sieht im Dialog nur das Ansprechen per Decoder-Adresse und Decoder-Port vor. Die CV lässt sich aber trotzdem eintragen. Dazu Rechtsklick auf die Weiche > „Eigenschaften“ > „Schnittstelle“…

Hier unbedingt als „Schnittstellenkennung“ den Namen der Intellibox auswählen. Die CV der Weiche wird bei „Port“ eingetragen. Die Adresse ist „0“. Alle anderen Einstellungen im Weichendialog sollten erste mal auf den Standardeinstellungen bleiben.

Jetzt sollte sich die Weiche per Maus (auf das Symbol im Plan klicken) stellen lassen. Gleichzeitig wechselt die Anzeige der Weichenstellung im Display der Intellibox (wenn sie dort als Taste eingerichtet ist). Umgekehrt funktioniert es genauso (Taste auf der Intellibox drücken > Anzeige in Rockrail). Zwei Anmerkungen: die Anzeige (nicht der Stellvorgang selbst) ist zuweilen verzögert und Rockrail zeigt im Protokoll immer eine CV weniger an. Keine Ahnung, wie man das korrigieren kann (stört mich im Moment auch nicht).

Später verworfen – Die Beschäftigung mit Rocrail kam aus der Idee, den Schattenbahnhof automatisch steuern zu lassen. Der Computer sollte den einfahrenden Zug allein übernehmen und beim Ausfahren wieder frei geben. Dies habe ich aus folgenden Gründen aufgegegben:

  • Das Festlegen der Fahrstraßen und das Einmessen sämlicher Loks und Zuglängen fand ich recht aufwendig. Insbesondere nervt, das man spontan keine neue Lok auf Reisen schicken kann.
  • Es besteht immer das Risiko, dass Züge oder Weichen nicht auf die Befehle reagieren. Wenn es dann kracht, gibt es in dem engen Schattenbahnhof richtig Kleinholz. Fahre ich manuell, habe ich immer ein Ohr am Zug und kann sofort reagieren.
  • Da sich zu diesem Zeitpunkt langsam abzeichnet, dass das Anlagenthema eine eingleisige Nebenbahn wird, besteht nicht mehr der Bedarf einer computerunterstützten hohen Zugfolge. Entspannung beim Modellbahnspielen lautet ab nun das Motto.

Nach dem die Technik im Schattenbahnhof getestet wurde, ging es mit der Zwischenebene weiter. Diese bildet ein großes Gleisdreick und verbindet alle Tunneleinfahrten miteinander.

Weitere Möglichkeiten, wie ich die lösbaren Übergänge der Rampen zwischen den Segmenten gebaut habe.

Versenken der Gewindestangen in der Trasse.

Die Zwischenebene wurde mit Gleisen versehen. Die später sichtbaren Bereiche werden vorher mit einer 4mm dicken Dämmschicht aus Holzfasermatten bezogen. Aus ihnen werden später der Bahndamm sowie die Straßen und Wege geformt. Der große Vorteil ist, dass der Bahndamm immer perfekt ausgerichtet ist, da die verlegten Gleise als Schablone dienen.

Langsam aber sicher arbeitet sich die Anlage zum Licht empor. So ist es an der Zeit, sich mit den ersten Gebäuden zu beschäftigen. Meine Modellbahnanlage hat nun auch ein konkretes Thema samt realem Vorbild gefunden. Im Bahnhof gab es seinerzeit einen recht markanten Lokschuppen. Diesen werde ich aus Auhagen Bausätzen nachempfinden. Da dies ein wenig umfangreicher ist, gibt es dazu einen eigenen Baubericht.

Zum Jahresabschluss pendelten die ersten Züge zwischen den geplanten Tunnelportalen. Hier einmal ein langer Kohlenzug im Video. Weiter geht es mit dem Bautagebuch 2020

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